So schreibst du tolle Bildbeschreibungen

Bildbeschreibungen, auch als Alternativtext oder Alt-Text bezeichnet, sind Textbeschreibungen für ein Bild. Diese Beschreibungen sind hilfreich für Menschen, die blind oder sehbehindert sind, Unterstützungstechnologie nutzen, in Gegenden mit niedriger Bandbreite leben oder mehr Kontext wünschen.

Wenn du auf Twitter Bildbeschreibungen schreibst, musst du in dreierlei Hinsicht anders vorgehen als auf dem Internet: 

  1. Twitter hat ein Limit von 1.000 Zeichen.
  2. Die Beschreibung ist der einzige Ort, an dem die Bildbeschreibung garantiert verfügbar ist.
  3. Sie ist für alle zugänglich.

Bildbeschreibungen sollten klar und knapp sein und gleichzeitig mehr Kontext für deinen Tweet bereitstellen. 

Im Folgenden findest du ist eine Liste von Empfehlungen, wie du tolle Bildbeschreibungen schreibst, jeweils mit einem Beispiel:

Empfehlungen für Bildbeschreibungen

Liste

Einzelheiten und Beispiele

 

1. Nimm auf, was wichtig ist

Es ist wichtig, Aktionen, Bewegungen, Beziehungen, Besonderheiten, visuelle Details und andere besondere Elemente festzuhalten.

Beschreibe Personen, Haustiere, Objekte, ihre Namen (falls relevant) und ihre Beziehung zueinander. Erwähne je nach Themenrelevanz z. B. ethnische Zugehörigkeit, Geschlecht oder Alter der gezeigten Personen. 

Meine Hündin Beatrix sitzt links. Rechts befindet sich ein Sack Holzkohle, den sie gerade zerfetzt hat. Holzkohlestücke und Sackfetzen sind auf dem Boden verstreut, und man sieht auch ihr Hundespielzeug, einen roten Oktopus.

Die Beschreibung für dieses Bild könnte wie folgt lauten:

Meine Hündin Beatrix sitzt links. Rechts befindet sich ein Sack Holzkohle, den sie gerade zerfetzt hat. Holzkohlestücke und Sackfetzen sind auf dem Boden verstreut, und man sieht auch ihr Hundespielzeug, einen roten Oktopus.

Diese Beschreibung ist 222 Zeichen lang.

 

2. Formuliere präzise, klar und detailliert 

Bildbeschreibungen dürfen höchstens 1.000 Zeichen lang sein. Früher lasen manche Unterstützungstechnologien (z. B. Screenreader) nur die ersten 200–250 Zeichen vor. Das ist nicht mehr der Fall, aber es ist trotzdem wichtig, dass deine Beschreibung nicht ausschweift.

Eine weiße Espressotasse mit Schlaufengriff, darin ein Schuss Espresso mit hellbrauner Crema. Der Becher steht auf einer weißen Untertasse auf einem Holztisch.

Eine längere Version mit 267 Zeichen für dieses Bild könnte folgendermaßen lauten: 

Eine kleine weiße Tasse mit winzigem Schlaufengriff, darin ein Schuss tiefbrauner Espresso mit hellbrauner Crema. Der Becher steht auf einer kleinen weißen Untertasse auf einem mittelbraunen Holztisch mit klarer Maserung, die größtenteils von oben nach unten verläuft.

Eine kürzere Version mit 158 Zeichen könnte folgendermaßen lauten: 

Eine weiße Espressotasse mit Schlaufengriff, darin ein Schuss Espresso mit hellbrauner Crema. Der Becher steht auf einer weißen Untertasse auf einem Holztisch.

Die kürzere Version umfasst 109 Zeichen weniger. 

 

3. Bleibe objektiv

Bleibe objektiv und stelle keine Vermutungen an, was auf dem Bild geschieht, es sei denn, du bist selbst abgebildet oder weißt genau, was darauf passiert. Stelle einfach genügend objektiven Kontext bereit, damit Leser*innen nachvollziehen können, warum das Bild für deinen Tweet relevant ist. 

Wenn das Bild beispielsweise einen Politiker zeigt, den du nicht magst, beschreibe es nicht als „dämliche Visage“. Schreibe stattdessen, dass er „mit geschlossenen Lippen in die Kamera lächelt“.

Drei Männer sitzen lächelnd auf einem Sofa aus Korbgeflecht, ohne Kissen, oben auf einem schneebedeckten Hügel. Sie tragen Wintermäntel, Handschuhe, nasse Jeans und schneebedeckte Schuhe. Im Hintergrund ist eine Fabrik zu sehen und am Fuß des Hügels steht eine Gruppe von Menschen mit Schlitten.

Die Beschreibung für dieses Bild könnte wie folgt lauten:

Drei Männer sitzen lächelnd auf einem Sofa aus Korbgeflecht, ohne Kissen, oben auf einem schneebedeckten Hügel. Sie tragen Wintermäntel, Handschuhe, nasse Jeans und schneebedeckte Schuhe. Im Hintergrund ist eine Fabrik zu sehen und am Fuß des Hügels steht eine Gruppe von Menschen mit Schlitten.

Diese Beschreibung ist 293 Zeichen lang. Schreibe nicht, dass die Männer anscheinend Spaß haben, denn das wäre subjektiv. Schreibe stattdessen, dass sie lächeln. Dass sie Spaß haben, wird impliziert. Außerdem sieht es so aus, als würden die Männer in diesem Bild gleich auf dem Sofa den Hang hinunterrodeln. Das wird jedoch nicht wirklich gezeigt. Zu sagen, dass sie es tun, macht aus dem Bild eine Geschichte, anstatt nur das Bild zu beschreiben.

 

4. Schreibe Text in Bildern aus oder fasse ihn zusammen

Wenn das Bild Text enthält, solltest du ihn in deine Beschreibung aufnehmen. Wenn es sich um mehr als 1.000 Zeichen Text handelt, fasse ihn nach Möglichkeit zusammen und konzentriere dich dabei auf das, was für deinen Tweet relevant ist. 

Wenn es sich beispielsweise um ein Rechtsdokument handelt, fasse den Inhalt zusammen und gib einen Link zur Quelle in deinem Tweet an, nicht in der Bildbeschreibung.

Je nachdem, was du in deinem Tweet schreibst, kannst du bestimmte Details aus der Bildbeschreibung auslassen. Das vermeidet auch Wiederholungen beim Lesen. Wenn du beispielsweise den Titel eines Buchs sowie den Namen der Autorin in deinem Tweet erwähnst, musst du diese Informationen nicht in der Bildbeschreibung wiederholen.   

Eine Hand hält einen Gedichtband von Mary Oliver mit dem Titel „Dog Songs“ auf. Der Name des angezeigten Gedichts lautet „The Poetry Teacher“. Auf der gegenüberliegenden Seite ist ein Beagle abgebildet, der im Gras liegt. Das Gedicht handelt davon, wie die Autorin mit einer Universität ausgehandelt hat, dass ihr Hund sie begleiten darf, während sie einen Poesiekurs unterrichtet.

Die Beschreibung für dieses Bild könnte wie folgt lauten:

Eine Hand hält einen Gedichtband von Mary Oliver mit dem Titel „Dog Songs“ auf. Der Name des angezeigten Gedichts lautet „The Poetry Teacher“. Auf der gegenüberliegenden Seite ist ein Beagle abgebildet, der im Gras liegt. Das Gedicht handelt davon, wie die Autorin mit einer Universität ausgehandelt hat, dass ihr Hund sie begleiten darf, während sie einen Poesiekurs unterrichtet.

Diese Beschreibung ist 378 Zeichen lang. Hier wird in der Beschreibung Kontext bereitgestellt, der nicht im Bild erscheint. Das bietet sich an, wenn diese Kontextinformationen nicht im Tweet erwähnt wurden.

 

5. Achte auf Akronyme und Abkürzungen

Akronyme sollten groß geschrieben werden. Andernfalls werden sie von einigen Screenreadern möglicherweise als Wörter gelesen, die im Kontext keinen Sinn ergeben. Nicht groß geschriebene Akronyme sind auch für Menschen ohne Sehbehinderung schwerer zu lesen.

Versuche, Wörter auszuschreiben, anstatt Abkürzungen zu verwenden. Screenreader geben sie nicht immer sinnvoll wieder. 

Einige Screenreader lesen beispielsweise bei Abkürzungen wie „Dr.“ für „Doktor“ jeden Buchstaben, anstatt sie als Wörter zu lesen. „Dr. Calvin“ wird also als „D r Calvin“ vorgelesen. Manche Leute werden das verstehen oder sich denken können, was es eigentlich bedeutet, andere jedoch nicht. Eine Ausnahme ist, wenn du abgekürzten Text schreibst, der in einem Bild erscheint.

Nicht alle, die deine Beschreibung lesen, wissen unbedingt, was bestimmte Abkürzungen bedeuten. Leser*innen, die nicht dieselbe Sprache wie du sprechen oder lesen, haben möglicherweise Schwierigkeiten, die Bedeutung zu verstehen. 

Schwarz-Weiß-Foto von zwei jungen Frauen, die Anfang Dezember auf dem gepflasterten Bürgersteig entlang der Lexington Avenue an Doktor Calvins Praxis vorbeilaufen. Beide sind in Wintermäntel gehüllt.

Die Beschreibung für dieses Bild könnte wie folgt lauten:

Schwarz-Weiß-Foto von zwei jungen Frauen, die Anfang Dezember auf dem gepflasterten Bürgersteig entlang der Lexington Avenue an Doktor Calvins Praxis vorbeilaufen. Beide sind in Wintermäntel gehüllt.

Diese Beschreibung ist 198 Zeichen lang. Wörter, die abgekürzt werden könnten, sind „Schwarz-Weiß“, „Doktor", „Avenue“ und „Dezember“. Die ausgeschriebenen Wörter lenken weder von der Beschreibung ab, noch wirken sie sich wesentlich auf die Zeichenanzahl aus. 

 

6. Nimm Details zum Bildtyp auf

Erwähne, ob es sich um eine Nahaufnahme, eine Luftaufnahme oder ein Schwarz-Weiß-Foto handelt. 

Wenn es sich um ein Kunstwerk handelt, beschreibe die Art der Kunst: Gemälde, Porträt, Skulptur, Illustration usw. Wenn es eine bestimmte Stilrichtung darstellt, erwähne das ebenfalls. Zum Beispiel „Anime-Illustration“ statt nur „Illustration“.

Ein Blick von einem Hügel hinunter in ein Tal. Vom einen Rand des Fotos zum anderen erstrecken sich Maisfelder. Das Licht der untergehenden Sonne lässt die Felder kastanienbraun statt gelb erscheinen. Jenseits der Getreidefelder befinden sich sanft ansteigende Hügel mit ein paar Gebäuden und Bäumen. Dahinter liegen noch steilere Hügel, von denen einige von langen, flachen Stratuswolken in Schatten gehüllt werden.

Die Beschreibung für dieses Bild könnte wie folgt lauten:

Ein Blick von einem Hügel hinunter in ein Tal. Vom einen Rand des Fotos zum anderen erstrecken sich Maisfelder. Das Licht der untergehenden Sonne lässt die Felder kastanienbraun statt gelb erscheinen. Jenseits der Getreidefelder befinden sich sanft ansteigende Hügel mit ein paar Gebäuden und Bäumen. Dahinter liegen noch steilere Hügel, von denen einige von langen, flachen Stratuswolken in Schatten gehüllt werden.

Diese Beschreibung ist 412 Zeichen lang. Das ist ein bisschen lang, fängt aber hoffentlich die Bildinhalte auf eindrucksvolle Weise ein. 

 

7. Verwende eine normale Satzstruktur sowie Groß- und Kleinschreibung

Beschreibe das Bild in ganzen Sätzen, anstatt nur seine Eigenschaften aufzuzählen. Formuliere die Beschreibung natürlich, so wie du das Bild in einem Gespräch beschreiben würdest.

Schreibe in Groß- und Kleinbuchstaben anstatt ausschließlich in Klein- oder Großbuchstaben (außer bei Akronymen und Abkürzungen). 

Ein Blick auf einen Teil der Stadt Sintra in Portugal an einem bewölkten, kühlen Tag. Ein Tourbus fährt die Straße herunter, ein Paar steigt von seinem Roller und eine Gruppe von Menschen läuft auf uns zu. Auf dem Hügel in der Ferne befindet sich das Castelo dos Mouros (Burg der Mauren).

Die Beschreibung für dieses Bild könnte wie folgt lauten:

Ein Blick auf ein Teil der Stadt Sintra in Portugal an einem bewölkten, kühlen Tag. Ein Tourbus fährt die Straße herunter, ein Paar steigt von seinem Roller und eine Gruppe von Menschen läuft auf uns zu. Auf dem Hügel in der Ferne befindet sich das Castelo dos Mouros (Burg der Mauren).

Diese Beschreibung ist 286 Zeichen lang.

 

8. Vermeide überflüssige Informationen

Schreibe nicht „Foto von“ oder „Bild von“. Die Unterstützungstechnologie erkennt, dass es sich um ein Bild handelt, und teilt das den Nutzer*innen mit. Erwähne jedoch, ob ein Bild ein Screenshot ist. Das kann für Leser*innen als zusätzlicher Kontext nützlich sein.

Wiederhole in der Bildbeschreibung keine Informationen, die schon in deinem Tweet enthalten sind. Wenn du beispielsweise ein Foto eines Buchumschlags teilst und den Namen des Autors und den Buchtitel in deinem Tweet erwähnst, brauchst du diese Informationen nicht in der Bildbeschreibung zu wiederholen. Beschreibe stattdessen den Buchumschlag. Wenn diese Informationen nicht in deinem Tweet enthalten sind, solltest du sie in deine Beschreibung aufnehmen.

Screenshot eines Tweets von @Twitter vom 4. Oktober mit dem Text „hello literally everyone“ (Hallo an wirklich alle).  Es gab 118.400 Kommentare, 784.200 Retweets und 3,3 Millionen „Gefällt mir“-Markierungen.

Die Beschreibung für dieses Bild könnte wie folgt lauten:

Screenshot eines Tweets von @Twitter vom 4. Oktober mit dem Text „hello literally everyone“ (Hallo an wirklich alle). Es gab 118.400 Kommentare, 784.200 Retweets und 3,3 Millionen „Gefällt mir“-Markierungen. 

Diese Beschreibung ist 207 Zeichen lang. Kurz und bündig. 

 

9. Komplexe visuelle Elemente erfordern besondere Sorgfalt

Diagramme, Tabellen, Karten und Infografiken enthalten detaillierte Informationen. Diese visuellen Elemente erfordern oft lange Bildbeschreibungen. Die Beschreibung sollte Trends und Ergebnisse beschreiben, nicht die Forschung erläutern, die dahinter steht. Füge stattdessen deinem Tweet einen Link zur Quelle hinzu, damit Leser*innen auf Wunsch weitere Informationen erhalten können.

Beschreibe bei Karten allgemein, welche Informationen gezeigt werden. Es ist nicht nötig, die Bedienelemente der Benutzeroberfläche oder die abgesteckten Orientierungspunkte zu beschreiben.

Screenshot einer Datenkarte von 2019 aus dem CDC Disability & Health Data System. Auf ihr wird die Beziehung zwischen Behinderungen und einem Jahreseinkommen von unter 15.000 USD für Erwachsene ab 18 Jahren gezeigt. Die Bundesstaaten mit der höchsten Prävalenz von 22,2–50,3 % sind CA, NM, AR, LA, AL, SC, DC, Guam und Puerto Rico. Bundesstaaten in der zweithöchsten Stufe von 18,7–22,1 % sind NE, OK, TX, MO, WI, IN, KY, TN, MS, WV und GA. Die Bundesstaaten im Mittelfeld mit 17–18,6 % sind AZ, MT, KS, IL, MI, OH, FL, VA, NY und RI. Die Bundesstaaten in der zweitniedrigsten Stufe von 15,6-16,9 % sind WA, NV, ID, HI, IA, VT, NH, MA, ME und DE. Die Bundesstaaten mit den niedrigsten Werten von 10,2–15,5 % sind AK, OR, UT, WY, CO, ND, SD, MN, PA, MD und NC. Für New Jersey und die Jungferninseln sind keine Daten verfügbar. Die mittlere Prävalenz in den USA beträgt 19,7 %. Die Karte zeigt die prozentualen Beziehungen der einzelnen Bundesstaaten in blaugrünen Farbtönen.

Die Beschreibung für dieses Bild könnte wie folgt lauten:

Screenshot einer Datenkarte von 2019 aus dem CDC Disability & Health Data System. Auf ihr wird die Beziehung zwischen Behinderungen und einem Jahreseinkommen von unter 15.000 USD für Erwachsene ab 18 Jahren gezeigt. Die Bundesstaaten mit der höchsten Prävalenz von 22,2–50,3 % sind CA, NM, AR, LA, AL, SC, DC, Guam und Puerto Rico. Bundesstaaten in der zweithöchsten Stufe von 18,7–22,1 % sind NE, OK, TX, MO, WI, IN, KY, TN, MS, WV und GA. Die Bundesstaaten im Mittelfeld mit 17–18,6 % sind AZ, MT, KS, IL, MI, OH, FL, VA, NY und RI. Die Bundesstaaten in der zweitniedrigsten Stufe von 15,6-16,9 % sind WA, NV, ID, HI, IA, VT, NH, MA, ME und DE. Die Bundesstaaten mit den niedrigsten Werten von 10,2–15,5 % sind AK, OR, UT, WY, CO, ND, SD, MN, PA, MD und NC. Für New Jersey und die Jungferninseln sind keine Daten verfügbar. Die mittlere Prävalenz in den USA beträgt 19,7 %. Die Karte zeigt die prozentualen Beziehungen der einzelnen Bundesstaaten in blaugrünen Farbtönen.

Diese Beschreibung umfasst 965 Zeichen und ist ausführlich genug, um Leser*innen ein umfassendes Verständnis der Datenkarte zu vermitteln.5

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